CAROLIN SCHNEIDER____ZEICHNUNGEN
____AKTUELL____BLUMEN____WALD 1____WALD 2____SCHREIBEN+KREISEN__/__LIEGENDE____PORTRAITS____FIGUREN____TIERE+WORTE____

Frag nicht nach Gründen

Bilder überraschen uns mit Phänomenen, die der Logik der Sprache nicht entsprechen. Sie tauchen auf der Membran des Bewusstseins auf und reflektieren gleichzeitig dieses Erscheinen. Sie stellen Fragen an uns und geben verwirrende Antworten. Sie können in Paradoxien Lösungen für nicht Lösbares finden: da ist ein liegender Mensch fallend und steigend, eine Blume zugleich ein Auge, ein Wort auch Klang und das Tote lebendig. An den Kippstellen lösen sich die Bedeutungen auf und die Dinge erhalten die zwiespältige Freiheit, etwas anderes zu sein.

Bilder sind zutiefst zweideutig, da sie nach Wirklichkeit suchen und Illusion erschaffen. Sie sind Ausdruck des Bedürfnisses nach Deutung und verweigern diese zugleich. Und gerade in diesem Aushalten der Spannung, diesem Nicht-Wissen, eröffnet sich ein Raum. Es ist der Raum des Lebendigen, des auf uns Zukommenden, dessen, was labyrinthisch und nicht greifbar ist. Und es ist auch der Raum des überschreitens. Als radikal subjektive Ebene entsteht er im Körper und setzt der Beschleunigung der Zeit - und der Vernichtung des Raums - eine andere Qualität entgegen und gibt dem Bewusstsein einen Ort. Die lebendigen und wirklichen Dinge sind immer auch etwas anders als wir denken und nicht reduzierbar auf Eindeutigkeit und verwertbare Antworten.

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